Schulpflicht

Die als Zwang umgesetzte deutsche Schulpflicht muss der Vergangenheit angehören

Das Folgende ist eine Art offener Brief an uns Eltern und an die Verantwortlichen für Bildung und Forschung auf Bundes- und Länderebene, in diesem Fall NRW.

Wir müssen für unsere eigene und die Freiheit unserer Kinder eintreten.

(Dieser Text befindet sich in weiterer Bearbeitung und wird fortgesetzt.)

Bevor ich berichte was uns, meiner Tochter und uns als Familie, widerfuhr, ich meine Gedanken und Einstellung dazu preisgebe, möchte ich darauf hinweisen, dass es mir nur darum geht, meine Rolle als Mensch, der an diesem Ort der Welt lebt, wahrzunehmen und der, wie alle Menschen, das Recht hat seine Meinung zu äußern. Das Volk ist der Staat, der Souverän, wie es immer so schön heißt, aber ich finde wir Menschen nehmen uns diese zugedachte Rolle und Aufgabe viel zu wenig wahr. Ich persönlich habe sie, ehrlich gesagt, eigentlich nie wirklich wahrgenommen. Ich habe mir immer meinen Teil gedacht zu vielen Dingen, aber gleichzeitig, hatte ich dieses problematische Denken verinnerlicht, welches viele von uns haben: „Was soll ich allein denn schon tun? Als wenn sich irgendwas ändern könnte, nur weil ich etwas dazu sage?“ Zum Glück habe ich aber durch das was meine Tochter erlebte, und andere, noch viel problematischere Dinge in dieser Welt, dann doch noch kapiert, dass dieses Denken von uns Menschen überhaupt das ganze Problem ist, dass sich nie wirklich groß etwas ändert! Dass die Zeit, wie in einer Schleife immer so weiter dahin plätschert, von einem Weihnachten zum nächsten, von einem Wochenende zum nächsten Wochenende, usw. .. usf. .. usw. .. usf. .. Das ist auch mit ein Grund für diese Website. Weil ich endlich erkannt habe, dass es wirklich so ist:

Absolut jeder Einzelne von uns zählt. Jeder Einzelne, der sich noch so unwichtig und noch so machtlos fühlt, hat im Grunde eine sehr große Macht. Denn wenn alle Menschen, das mit einem Schlag erkennen würden, dann könnte die Welt sich wirklich von Heute auf Morgen ändern.

Wenn jeder Mensch begreifen würde, dass genau dass das Problem ist, dass der Großteil von uns immer still bleibt und glaubt, dass nichts was er, was der Einzelne tun könnte, etwas ändern wird, dann wird sich auch niemals etwas ändern. Und alle Zweifel, die der Einzelne haben mag, egal wie gebildet er ist oder auch nicht, egal wie er finanziell da steht, ob reich, ob arm ja sogar egal ob er obdachlos sein mag, es zählt, wenn Du Deinen Mund aufmachst. Wenn man Unrecht sieht, dann sollte man etwas dagegen tun und im Kleinen tun wir es ja bestimmt alle auch. Dinge wo ich unmittelbar etwas tun konnte, wie die Frau, die im Schwimmbad verprügelt wurde, die dann letztlich aber dann doch zu ihrem Mann hielt, als ich ihr helfen wollte. 🤣 Oder eine andere alte sehr schwere Frau, die in den Bach fiel und nicht mehr hochkam. Unter dessen wuchtigen, wirklich sehr ausladenden Hintern ich mich dann schwang, um sie mit aller Kraft nach oben zu stemmen, als 12- oder 13-jährige, bei solchen Dingen versucht doch jeder von uns zu helfen, wenn er kann. Wo wir unmittelbar etwas tun können, da helfen wir und ändern in dem Moment dann unmittelbar die Situation. Aber bei Dingen, wie ich sie hier jetzt anspreche, ich fürchte da fühlen die meisten von uns sich machtlos. Ich fühlte mich machtlos, aber sowas von. Geradezu ohnmächtig. Und auch wenn das hier wahrscheinlich gar nichts bringen wird, so sollten wir, wenn wir uns wünschen, dass sich etwas ändert, nicht den Mund halten. Ich wünsche mir auch, dass meine Kinder nicht ihren Mund halten und sich in ihr vermeintliches Schicksal ergeben. Gutmenschentum möchte ich aber weit von mir weisen, denn genau das meine ich nicht. Es geht mir nicht darum andere anzuprangern, damit ich mich wiederum gut fühlen kann.

Es geht einfach darum, dass das Schulsystem einer Nation und wie dieses umgesetzt wird, einen existenziellen Einfluss auf das Bewusstsein und die Selbstwahrnehmung der Menschen innerhalb dieses Staates, dieser Gesellschaft hat und im Jahr 2023 Begriffe wie Freiheit, die man immer wieder hört, in diesem Land, mittlerweile in allen Köpfen angekommen sein sollten und deswegen auch jeder einsehen sollte, dass Zwang niemals vereinbar ist mit Freiheit und Würde. Mir geht es um die Menschen in diesem Land. Außerdem kann ich sowieso nur sagen, bzw. schreiben, wie ich darüber denke, wenn der Großteil nicht wie ich denkt, dann wird sich sowieso nichts ändern. Aber ich glaube an Dinge wie absolute Meinungsfreiheit, Freiheit im Allgemeinen, Selbstbestimmung und daran, dass kein Mensch und auch kein Staat sich über andere erheben und diese zu etwas zwingen darf. Freiheit ist doch das wichtigste Gut der Menschen. Für manche mag die Freiheit in der Fremdbestimmung liegen. Und für solche Menschen, ist es dann bestimmt eine Form von Gnade, wenn ihnen die Verantwortung abgenommen wird. Ich würde das sogar unterschreiben, dass wahre Freiheit ist: keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Denn wann fühlten wir uns am freiesten, in den ersten Jahren unserer Kindheit, als wir wirklich Kind sein konnten, als alle Sorgen und Verantwortung bei unseren Eltern lagen. Wer würde nicht sagen, dass das die freieste Zeit seines Lebens war. Aber selbst wenn es so wäre, dass der Mensch am Ende keine Verantwortung übernehmen müsste: Man stelle sich mal vor, es wäre tatsächlich so, irgendwie würde ich mir das sogar wünschen für die Menschen, aber wäre s wirklich so, der Mensch käme mit dem Bewusstsein und der Gewissheit zur Welt, dass er keine Verantwortung übernehmen muss, also ich bin mir ziemlich sicher, die Welt wäre ein sehr schlimmer Ort. Und ich hab mir das mal überlegt, wie ich mich verhalten würde, würde man mir sagen: „Verantwortung ist im Grunde eine Illusion, in Wahrheit musst Du gar keine übernehmen.“ Ich würde aber trotzdem aus freien Stücken ein eigenverantwortliches Leben führen wollen, allein weil niemand von uns allein ist auf der Welt und andere möglicherweise unter meinem Verhalten leiden. Selbst wenn es etwas gäbe, dass den Mensch von aller Verantwortung frei spricht, ist diese doch notwendig im Miteinander mit Menschen und diesem Planeten. Ich finde zwar, dass man von keinem Mensch erwarten kann und sollte sich zu jeder Sekunde seines Lebens korrekt zu verhalten, denn das ist auch ein Form der Gefangenschaft, aber so im Großen und Ganzen sollte man schon versuchen anderen zumindest nicht auf den Schlips zu treten.

Und aus diesem Blickwinkel kann ich sogar nachvollziehen, wenn Menschen den Staat genau so empfinden, nämlich als stünden sie izu ihm in einer Art Vater-Kind-Verhältnis. Da ist etwas Übergeordnetes, das ihnen sagt, was sie zu tun haben, dessen Regeln sie einfach nur befolgen müssen und gut ist. Das ist ein Abgeben von Verantwortung. Die Verantwortung nach oben hin abtreten. Und Tätern in Kriegen wird dann auch immer gleich eine Ausrede mit an die Hand gegeben: „Ich habe nur Befehle befolgt.“ Wenn die Menschen das vorziehen, und wahrscheinlich werden das hier eh nur wenige lesen, dann wird nichts was ich sage, etwas daran ändern können. Dann werden mir die meisten nicht zustimmen. Aber ich bin nun mal jemand, der sich wünschen würde, dass die Menschen immer wie Menschen behandelt werden. Der sich wünscht, dass derjenige, der sich nicht fremd bestimmen lassen möchte, nicht fremd bestimmt wird, jemand der auch immer anderen zugesteht, was er sich selbst zugesteht und der die Freiheit und Würde der Menschen immer gewahrt wissen will. Ich kann mich gewiss nicht über den Staat beschweren, ich muss ihm sogar sehr dankbar sein, und bin es auch, aber trotzdem habe ich das Recht zu sagen, was ich persönlich als sehr problematisch empfinde. Und das ist das als Zwang umgesetzte deutsche Schulsystem. Alles wo Zwang auf den Mensch ausgeübt wird. Die Menschen, die damit zufrieden sind, die ihr Leben als einfacher und sogar freier empfinden, wenn ihnen Regeln und sogar Verbote auferlegt werden, die werden mir wohl nicht zustimmen, vielleicht sogar den Ist-Zustand verteidigen. Aber ich hab mich immer gefragt, wieso Menschen, die auch sich selbst heraus keine Gefahr für andere sind, die aus sich selbst heraus wissen was richtig und falsch ist und die auch zuversichtlich darin sind, dass der viel größere Teil ihrer Mitmenschen das genauso wissen, wieso sollten die sich auch nur irgend etwas verbieten lassen wollen? Wiessosollten solche Menschen Gesetze brauchen? (Man darf mich auf eventuelle Denkfehler gerne hinweisen, da ich mich wie jeder andere Mensch in einem Prozess, im Wandel befinde.) Mal davon abgesehen, dass ich eigentlich denke, dass nichts das Recht hat einem Mensch etwas zu verbieten. Zumindest dem Menschen nicht, dem man nichts verbieten muss, da er keine Gefahr für andere ist. Ein Mensch, der nichts gegen andere hat, die nichts gegen andere haben, und nach dem Motto: „Leben und leben lassen“ lebt brauct doch keine Verbote. Ein mündiger Mensch braucht keine Verbote und keine Regeln die andere ihm aufzwingen.

In meinen Augen braucht es eigentlich nur ein Gesetz: „Das Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Es wird wohl der Eine oder Andere sagen, dass es aber Menschen gibt, die dieses einzige Gesetz eventuell seltsam verstehen und umsetzen würden, weil sie eben sehr anders sind, sehr anders denken und seltsame Gelüste haben. Aber das ist auch so ein Sache,über die ich mir so meine Gedanken mache, wieso unsere Gesellschaft solche Menschen hervor bringt, denn in Naturvölkern bspw. scheinen solche Menschen nicht zu entstehen.

In meinen Recherchen ist mir nie untergekommen, dass Naturvölker solche Probleme hätten, wie wir sie in dieser Gesellschaft zu haben scheinen. Innerhalb der Gesellschaft dieses Systems, in dem wir leben, das System welches die ganze Welt an sich riss und unterjocht hat entstehen Menschen, die zu Dingen fähig sind, die seltsamerweise bei diesen Menschen nicht vorzukommen scheinen. Es mag das eine oder andere Naturvolk gegeben haben, innerhalb dessen die Menschen gemeinsam den Menschen eines anderen, eventuell verfeindeten Naturvolks nach dem Leben trachteten, wie kannibalistische Naturvölker. Oder es gab vielleicht seltsame Rituale innerhalb eines Naturvolks, aber ich wüsste nicht, da es mir bis jetzt nicht unterkam, dass in einem Naturvolk sowas wie ein im geheimen agierender, seine Mitmenschen täuschender Serienmörder entstanden wäre, der Mitgliedern seines eigenen Volkes nach dem Leben trachtete. Im Gegensatz habe ich bei meinen Recherchen eher erlebt, dass die westliche Art zu leben und auch das Verhalten der Menschen der westlichen Welt, aus Naturvölkern stammende Menschen sehr irritiert und auch sehr beängstigt. Ich erwähne das nur, weil ich mich oft gefragt habe, woher das kommt? Dass doch irgendwas nicht mit uns stimmen kann, wenn unsere Art zu leben Menschen hervor bringt, die derartige Abgründe in sich aufweisen. Abgründe, die Naturvölker in dem Sinne nicht zu kennen scheinen. Aber echte Freiheit bedeutet für mich eben auch, dass man niemand anderen aufzwingen sollte wie er zu leben hat. Das eigene Ideal ist vielleicht die Horror-Vorstellung eines anderen.

Aber gerade dieses System in dem wir leben ist der Grund, dass ich den Wert von Freiheit und Würde erkennen konnte. Das wirft überhaupt die Frage schlechthin auf und erinnert mich an einen berühmten Satz den Mephistopheles in Goethes Faust sagte: „Ich bin ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Und die Frage, die ich mir schon oft stellte ist, ob nicht eine Absicht hinter Vielem steckt? Denn mir kommt es wirklich so vor. Als wäre das Leben eine Reise in der es um Erkenntnis geht und dieses unglaublich begrenzende System ist ein Teil und gehört zu dieser Reise. Denn ich bin mir bewusst, dass all die Fragen, die mich beschäftigen, sich schon ganz andere Leute fragten. Und an der Stelle kommt mir Platons Höhlengleichnis in den Kopf. Über welches ich schon einige Interpretationen las oder sah und wo mich immer wundert, wieso innerhalb dieser verschiedenen Interpretationen sich nicht mal ein einziger gefragt hat, wen oder was die Menschen repräsentieren oder wer diese sein sollen, die die Schilder hochhalten, die die Schatten an die Wand werfen?

Um wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kommen: Das was meine Tochter in den stressigsten, turbulentesten Zeiten der Corona-Pandemie erlebte, hat uns sehr deutlich veranschaulicht, dass es nicht mehr zu ignorieren, zu verdrängen oder schön zu reden war, das als Zwang umgesetzte Schulsystem mit seiner Attestpflicht einfach absolut übergriffig und fremd bestimmend ist. Es stellt Eltern und deren Kinder unter einen Generalverdacht, denn warum müssen diese in NRW, ich weiß nicht ob es in anderen Bundesländern auch so ist, nach 3 Tagen ein Attest einholen? Wieso vertraut man den Eltern nicht und vor allem warum nimmt man den Eltern überhaupt die Entscheidungsgewalt darüber wo sich ihre Kinder aufzuhalten haben? Deutschlands als Zwang umgesetzte Schulpflicht, ist eine Schulpflicht wie sie selten angewandt wird, wenn die Informationen stimmen, die ich über meine Recherchen fand. Diese spezielle Schulpflicht kritisieren1 auch Experten massiv und sehen dieselbe Problematik die ich auch sehe.

In Deutschland gibt es die gesetzlich geregelte Schulpflicht2. Die abhängig vom Bundesland in eine Vollzeitschulpflicht von 9 oder 10 Jahren, Teilzeitschulpflicht oder sogar Berufsschulpflicht, welche sogar, wie in NRW, bis zum 18. Lebensjahr geht, unterteilt ist. Hier muss der Schüler nach dem Abschluss entweder direkt in eine berufliche Ausbildung gehen oder eine Berufsschule besuchen. Ähnliche Regelungen habe ich bei meinen Recherchen, gerade mal für 4 Länder weltweit gefunden, und zwar Nordkorea, China und Schweden, neben der BRD. Der Großteil der Länder, setzt meinen Recherchen nach, die Bildung3 ihrer Kinder, freiheitlicher um:

  • In Ländern wie Österreich und den Niederlanden gilt stattdessen die sogenannte Unterrichtspflicht. In Kanada, Australien, Neuseeland und den USA ist es ähnlich.
  • In Ländern wie Irland, Spanien und Italien gilt sogar die Bildungsfreiheit und Dänemark hat seit vielen Jahren bereits das ähnliche Bildungsrecht eingeführt und die Schulpflicht bereits 1855 abgeschafft.
  • Beispielsweise können Kinder und Jugendliche auch Online-Unterricht erhalten oder zuhause von den Eltern oder privaten Lehrkräften unterrichtet werden. Wichtig ist lediglich, dass sie eine angemessene Bildung erhalten. Sie sind an keine Schule gebunden.
  • Deutschland ist generell das einzige europäische Land, in dem Hausunterricht verboten ist, ganz egal wie dieser aussieht, aufgebaut ist und gestaltet wird. Die einzigen Ausnahmen in Deutschland bilden Schul-Schließungen, wie es bspw. während der Corona-Pandemie der Fall war.
  • Länder, die sich von der Schulpflicht abwandten kontrollieren die Bildung der Schüler unterschiedlich. In Großbritannien gibt es nicht mal eine Pflicht Homeschooling zu melden, so dass Zahlen dort auf Schätzungen beruhen. Allerdings gibt es dort Hausbesuche. (Den Menschen Hausbesuche aufzuzwingen finde ich aber generell auch nicht in Ordnung. Allein weil der Mensch Individuum ist und wohl jeder sein zuhause alseine Art Zuflucht sieht über die er selbst bestimmen möchte, wen er in diese einlädt.) In Österreich gibt es einen jährlichen Wissenstest um den Wissenstand der Kinder, die keine Schule besuchen, zu überprüfen. (Ich persönlich finde ein Abfragen des Wissenstandes alle 2 bis 4 Jahre am sinnvollsten. Es ist doch schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Deutschland eines der wenigen Länder ist, die einen Schulzwang umsetzen, in Studien und Vergleichen, die ich recherchierte aber regelmässig nicht zu den Besten gehört. Sondern meist so im Mittelfeld rangiert.4 )

Es ist doch schon erstaunlich, wenn man all die negativen, das deutsche Bildungssystem alles andere als gut darstellende Informationen bedenkt, die man über die Links in den Fußnoten findet, diese vor allem vor den Hintergrund stellt, dass es in Deutschland einen Zwang gibt, die Schule zu besuchen, man auch bedenkt, dass es im Gegensatz zu anderen Ländern nur Schule und keine Alternativen zu dieser gibt, und dies obwohl der Mensch ein individuelles, fühlendes Wesen ist. Denn man müsste ja meinen, wenn Menschen regelrecht zur Schule gezwungen werden, dass dies sich dann wohl positiv auf den Bildungsstand auswirkt, denn wozu sollte man dies sonst tun? Denn wenn dem nicht so ist, dann müsste man diesen Zwang unbedingt abschaffen. Länder, die ihre Bildung freiheitlicher regeln, weil u.a. das Individuum Mensch bedenkend, schneiden da oft besser ab. Bei meinen Recherchen sind mir so unsinnige Argumente wie Chancengleichheit untergekommen, um den Schulzwang Deutschlands zu rechtfertigen. Das ist ja ein Nonsens-Argument sondergleichen, denn 1. sind Eltern allein deswegen schon auf Schulen geradezu angewiesen, weil sie arbeiten müssen. 2. Sind Eltern wohl immer an der Bildung ihrer Kinder interessiert. Nur sollten eben die Eltern über die Art und Weise der Bildung ihrer Kinder bestimmen, eben weil diese ihre Kinder wirklich kennen und einschätzen können, unter welchen Bedingungen ihr Kind am besten lernt, anstatt alle Kinder nach der „Holzhammer“-Methode in ein und denselben Ablauf zu zwingen, innerhalb dessen man ihnen verunmöglicht, Freude und Spaß zu empfinden, denn nichts macht echten Spaß und Freude, wozu man gezwungen wird. (Es mag sein, dass es Kinder gibt, die mit Spaß und Freude in einer Schule lernen, in die sie gezwungen werden, aber die nehmen den Zwang dann wohl einfach nicht wahr, sondern betrachten die ganze Situation als gegeben, in Stein gemeißelt und selbstverständlich. Oder haben sich arrangiert, und versuchen das Beste draus zu machen.) Und 3. nimmt dieser Schulzwang den Eltern die Verantwortung für ihre Kinder regelrecht aus der Hand. Weil der Mensch Individuum ist, zum Glück verschiedene Weltanschauungen hat, sollten Eltern ihre Kinder auch nach diesen Weltanschauungen erziehen dürfen.

Im Zuge dessen was meine Tochter und somit auch ich erlebte, habe ich mich viel mit Freiheit und Würde befasst. Und vor allem mit diesem Schulsystem, dass den Kindern dieses Landes aufgezwungen wird. Und dafür muss ich dem dann schon wieder Staat dankbar sein. Aber was ich mir zugestehe, das gesteh ich auch immer anderen zu und wünsche ich mir für andere, weil ich die Menschen liebe. Ich kann mich ganz gewiss nicht über den Staat beschweren. Im Gegenteil. Eigentlich kann sich kein Deutscher über den Staat wirklich beschweren, zumindest dann nicht, wenn er sich die ärmsten Länder der Welt ansieht und wie die Menschen dort leben. Verglichen mit diesen Menschen, ist der ärmste in Deutschland reich. Den meisten Obdachlosen hier, geht es noch besser, als den Menschen dort.

Aber wie schon erwähnt, hat es nichts mit Freiheit zu tun, würde ich meine Ideal-Vorstellung anderen aufzwängen. Aber ich kann ja trotzdem meine Ansichten erzählen und darauf hoffen, dass der Großteil der Menschen genauso wie ich einen Zwang die Schule zu besuchen unvereinbar findet, mit Begriffen wie Freiheit und Würde. Denn unsere Lebensrealität entspricht eben nicht der Lebensrealität, wie z.B. der Menschen aus Burundi. Darauf komme ich später noch zu sprechen, im Zusammenhang mit dem Unwillen, den viele Kinder aus wohlhabenden Ländern empfinden, in Bezug auf ihre Bildung und der Tatsache, dass deutsche Lehrer sooft mit lernmüden Kindern zu tun haben. Aber das Schulsystem wie es jetzt abläuft, nimmt unseren Kindern die Kindheit und den Eltern sogar im Grunde ihre Erziehungsberechtigung ab. Ich wusste z.B., bis ich das erlebte was ich gleich erzählen werde nicht, warum ich zur Schule gehe, als Kind und Jugendliche. Ich hab mich einzig und allein zur Schule gezwungen gefühlt, diese ab der 8. Klasse nur noch versucht zu umgehen. Dafür müsste man sich vielleicht auch mal durch den Kopf gehen lassen, dass es ja auch Alternativen geben könnte, zu diesem System. Und dass der Mensch Individuum ist. Dass die größte Gemeinsamkeit der Menschen ihre Unterschiede sind. Und das muss auch innerhalb des Schulsystems eines Landes bedacht werden. Es sollte Alternativen zur Schule geben, eben weil der Mensch Individuum ist. Weil es wirklich absurd ist zu erwarten, dass so viele verschiedene Menschen, in ein und dasselbe Schulsystem passen. Andere Länder5 machen es ja schon erfolgreich vor. Beim finnischen Schulsystem kann man übrigens von echter Chancengleichheit reden, denn dort dürfen Privatschulen kein Schuldgeld erheben, und jedes Kind hat das Recht jeden Kindergarten und jede Schule zu besuchen. Es macht sowieso Sinn, sich mal die Bildungssysteme anderer Länder anzusehen und mit Deutschland zu vergleichen6

Nachdem ich gewissermaßen nun ein sehr langes Vorwort zum Besten gab komme ich aber jetzt gleich zu dem was mich all diese Dinge hinterfragen lies. So etwas prägendes und existentielles wie das Schulsystem, die Bildung der Bürger eines Landes kann man nicht mal eben in ein paar Worten abhandeln. Mir fallen da so viele Dinge zu ein. Und eben weil das Bildungssystem eines Landes seine zukünftigen Bürger in so einschneidender und bedeutsamen Weise in ihrer Sicht auf die Welt, ihrer Selbstwahrnehmung und aber auch Dingen wie Eigenverantwortung (die ein Zwang verhindert) beeinflusst und prägt, ist es doch sinnvoll, sich wirklich Gedanken über diese Dinge zu machen. Weswegen mir auch noch eine Idee kam, die eventuell großen Einfluss auf die gerade erwähnten Dinge haben haben würde. Aber nun endlich zu dem was meiner Tochter widerfuhr und zu all dem hier führte:

Zu Hoch-Zeiten von Corona haben meine Tochter und ich etwas erlebt, das wir so unglaublich fanden in einem „freiheitlichen“ Land wie Deutschland, dass wir dachten, wie befänden uns in einem bösen Traum. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich als Mutter und vor allem absolut freiheitsliebender, mitfühlender Mensch, nicht glauben konnte, was da gerade passiert und die ganze Sache im Nachhinein aber in gewisser Weise auch etwas Gutes hatte, denn so wurde mir erstmal bewusst, was diese spezielle deutsche Schulpflicht bedeutet, und die Dinge, die diese so mit sich bringt, wie z.B. diese Attestpflicht. Das, was wir erlebten ließ mich über Begriffe wie Freiheit, Würde, Art.1, Abs.1 des Grundgesetzes, Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Reichtum, Armut, Verantwortung, Selbstbestimmung, Fremdbestimmung und vor allem über unsere Kinder nachdenken. Diese ganze Sache, ließ mich mich selbst fragen, ob ich mich bisher in einer Art Schlaf befand? Aus dem Grund muss ich dem Staat in gewisser Weise sogar dankbar sein.

Meine Tochter und ich fühlten uns wie abseits stehende Beobachter des Ganzen und wir brauchten auch erstmal eine Zeit, um das alles zu verarbeiten und klar zu bekommen in unserem Kopf was da genau passiert ist, aber so wirklich erklären, wieso man so mit Menschen umgeht, können wir uns noch immer nicht. Es könnte nur einen Grund geben, absichtlich so mit Menschen umzugehen. Und eine Folge daraus wäre dann, dass ich das hier schreibe. Wir fragten uns jedenfalls die ganze Zeit, wieso Menschen so mit anderen Menschen umgehen, so dass meine Tochter sich gezwungen sah, eine gewisse Protesthaltung anzunehmen. Ich später genauso. Denn ich tendierte anfangs noch dazu, wie immer, einfach alles zu tun, was man von uns verlangte, egal ob es richtig war oder falsch. Egal ob dieses Schulsystem sich generell nicht so verhalten sollte, denn es sind Menschen mit denen es zu tun hat und keine Maschinen. Aber genauso wie meine eigenen Eltern machte und tat ich bis zu dem Zeitpunkt alles, was diese Demokratie, dieses „freie“ Land von mir verlangte. Und dies obwohl ich schon früh wahrnahm, dass das einfach nicht zusammen passt: Worte wie Freiheit und Würde und auf der anderen Seite aber Fremdbestimmung und Zwang. Aber genau dieser Widerspruch, der sich bei mir als Kind, jeden Morgen aufs neue durch Bauchschmerzen bemerkbar machte und Aber wie kann in einem freien Land so etwas wie ein Zwang auf Menschen ausgeübt werden? Das widerspricht Begriffen wie Freiheit und Würde total und das obwohl oder gerade weil durch die Tatsache, dass ich bereits als Kind nicht verstand, wieso da etwas ist, das mich zwingen kannich wusste, dass diese ganze Umsetzung der Schulpflicht

Meine Tochter und ich wünschen sich, dass andere so etwas nicht erleben müssen, denn die ganze Sache hat meine Tochter, den in Aussicht stehenden mittleren Schulabschluss, sehr wahrscheinlich sogar mit Q-Vermerk gekostet. Am Ende wurde es nach 10 Schuljahren ein Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Zu einem großen Teil auch wegen dieser absolut unsinnigen Zentralen Abschluss-Prüfungen. Das ist auch so eine Sache, die ich nicht nachvollziehen kann, wieso Kinder, so wie wir damals, ihren Abschluss nicht einfach durch ihre Zeugnis-Noten erreichen. Und ich scheine auch nicht die einzige zu sein, die diese ZAP’s kritisiert, wenn man die Sinnhaftigkeit dieser recherchiert, findet man so einiges an Kritik zu diesen, von Menschen, die diesbezüglich sogar sehr viel mehr Kompetenz aufweisen, als ich, dies beurteilen zu können. Zu meiner Zeit musste da nicht extra noch geprüft und die Kinder noch mehr Leistungsdruck ausgesetzt werden. Man hatte seinen Abschluss mit seinen Zeugnisnoten. Diese ZAP’s setzen Lehrer und Kinder einem unnötig hohen Druck aus, der, so wie Schule in Deutschland abläuft, sowieso schon immens ist. Außerdem verhindert ein Schul-Zwang von vorn herein, dass Kinder die Schule als Ort der Freude empfinden und dort mit Spaß und freiwillig lernen. Dieser Zwang übt schon einen unglaublichen Druck aus. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, denn ich bin als Kind durchgängig mit Angst zur Schule gegangen. Da ich schon als Kind diesen Widerspruch wahrnahm, zwischen dem Wort Freiheit, und das da aber etwas ungreifbares, etwas unsichtbares ist, das über mich und meine Zeit bestimmt. Das mich nicht Kind und die Dinge tun lässt, die ich als Kind so gern tun wollte. Dieses unsichtbare machte mir Angst, so dass ich jeden Morgen, über Jahre mit Bauchschmerzen aufwachte, wenn ich in die Schule musste, und genauso hab ich es bei meinen Kindern gesehen. Ich hatte so gehofft, dass meine Kinder, nicht so wie ich, denn Sinn erkennen, wieso sie diese Schule besuchen. Dass sie früh genug ein Bewusstsein für ein Leben in Eigenverantwortung entwickeln. Das war wirklich einer meiner größten Wünsche für sie, da ich nämlich genau das in ihrem Alter verkackt habe. Denn ich wusste nicht wieso ich zur Schule gehe. Auch wenn ich andere Kinder frage, wieso sie zur Schule gehen, kommt meistens: „Weil ich muss.“7 Was man heute von Kindern verlangt, wie lange so ein Schultag heute mittlerweile dauert ist auch so eine Sache, auf die ich später noch zurück kommen werde. Ich möchte aber auch gleich anmerken, dass unser Verhalten dafür mit verantwortlich war, dass meine Tochter dann am Ende nicht den Schulabschluss erreichte, der eigentlich in Aussicht stand, nämlich weil wir Menschen sind, die wie Menschen behandelt werden wollen. Weil meine Tochter und ich uns zutiefst in unserer Würde als Mensch verletzt sahen, und ich da erstmal so wirklich wahrnahm, wie übergriffig dieses als Zwang umgesetzte deutsche Schulsystem ist, wie sehr es Eltern beeinträchtigt, nämlich darin ihre Kinder nach ihren Weltanschauungen erziehen zu können und vor allem auch, wie wenig der Mensch als Individuum wahrgenommen wird. Und wir haben uns gezwungen gesehen, in eine Art gewaltlosen Protest zu gehen. Ich habe mich dann gefragt, ob es in anderen Ländern auch so zugeht, denn mir ist aufgefallen, wenn ich vorher schon versuchte mit Menschen über dieses Thema zu reden, dass wohl viele einfach voraussetzen und wie selbstverständlich davon ausgehen, dass es in anderen Ländern auch so zugeht und Kinder in die Schule unter Androhung von Strafen wie Bußgeld und sogar Arrest gezwungen werden. Die Erfahrung meiner Tochter zeigt, dass dieser Arrest sogar schlimmer als Knast umgesetzt wird. Denn die Jugendlichen sind dort die ganze Zeit in ihrem Zimmer eingeschlossen, bis auf Kurze Ausnahmen zur Essensaufnahme, duschen und solche Dinge. Und die Tür ist keine normale Tür. Meine Tochter berichtete, dass sie 1x am Tag mit den anderen für Kurze Zeit zusammen sein durfte.

dekoratives Element, unterteilende Karos

Fußnoten:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht#Kritik ↩︎
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht_(Deutschland)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht ↩︎
  3. https://praxistipps.focus.de/laender-ohne-schulpflicht-ein-ueberblick_143179#:~:text=So%20ist%20es%20zum%20Beispiel,das%20Land%20die%20Schulpflicht%20abgeschafft. ↩︎
  4. https://www.ipsos.com/de-de/bildung-der-krise-nicht-einmal-jeder-vierte-deutsche-sieht-bildungssystem-positiv#:~:text=September%202023%20%E2%80%93%20Das%20deutsche%20Bildungssystem,(sehr%2Fziemlich%20gut). ↩︎
  5. https://www.business-on.de/laender-ohne-schulpflicht.html ↩︎
  6. https://www.oecdbetterlifeindex.org/de/topics/education-de/#:~:text=Im%20Durchschnitt%20erzielten%20die%20Sch%C3%BClerinnen,und%20Korea%20mit%20520%20Punkten. ↩︎
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht#Kritik ↩︎

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